Ein Hole in One ist das seltenste was du im Golf sehen kannst: Stell dir vor ein Spieler steht am Abschlag. Er schlägt. Der Ball fliegt. Er rollt. Er rollt weiter. Und dann — plopp — verschwindet er im Loch. Ein einziger Schlag und das Ding ist eingelocht.
Genau das ist ein Hole in One, auch Ass oder (oder in Statistiken kurz HIO) genannt: Der Golfball geht vom Abschlag mit einem einzigen Schlag direkt ins Loch.
Und das passiert eben nicht so häufig.
Weil die Wahrscheinlichkeit mit nur einem Schlag einzulochen wahnsinnig niedrig ist. Lass uns das mal einordnen:
Tiger Woods hat in seiner gesamten Karriere 20 Holes in One geschafft. Phil Mickelson? Nur 5. Und das sind zwei der besten Golfer aller Zeiten.
Bei einem Profi-Turnier mit 144 Spielern liegt die Chance, dass irgendjemand an einem Tag ein HIO schießt, immerhin bei rund 22 Prozent. Übers ganze Wochenende gerechnet darfst du also fast sicher mit einem rechnen.
Ein Hole-in-One passiert fast immer auf einer Par-3-Bahn.
Das sind die kurzen Löcher auf einem Golfplatz, bei denen man im „Soll“ mit drei Schlägen einlochen sollte (vom Abschlag, ein Schlag aufs Grün, ein Putt ins Loch). Distanzen liegen meistens zwischen 100 und 200 Metern. Also kurz genug, um direkt aufs Grün zu kommen und trotzdem noch lang genug, dass es fast nie klappt.
Theoretisch geht ein Hole in One auch auf Par-4-Bahnen, aber das ist so selten, dass es auf der PGA Tour erst ein einziges Mal vorgekommen ist (2001, Andrew Magee — und sein Ball wurde tatsächlich aus Versehen vom Putter eines anderen Spielers ins Loch gestupst).
Als ungeschriebene Regel gilt: wer ein Wer ein Hole in One schlägt gibt im Clubhaus eine Runde aus. Mindestens für die eigene Flight-Gruppe, traditionell aber für alle, die zu dem Zeitpunkt auf dem Platz sind.
Profis können zusätzlich etwas gewinnen: Bei Turnieren wird ein HIO oft mit dicken Sachpreisen belohnt. Autos, Luxus-Uhren, Reisen — Sponsoren legen das Zeug an bestimmten Löchern aus und wenn man trifft kann man sich gleich doppelt freuen. Auch hier gibt’s Versicherungen, die einspringen, falls tatsächlich jemand einlocht.
Wenn du in Deutschland Golf schaust, hörst du irgendwann den Namen Bernhard Langer. Der hat in seiner Karriere nach eigenen Angaben 24 Holes in One geschlagen — das erste mit 15 Jahren.
Trotzdem hält er nicht den Rekord. Den hält der amerikanische Profi Mancil Davis mit unfassbaren 51 Assen.
Und absoluter Weltrekordhalter ist ein Amateur: Norman Manley aus Kalifornien soll in seinem Leben angeblich 59 geschafft haben.
Also, wenn das nächste Mal jemand bei einem Golfturnier brüllt „Da war ein Ass!“ — du weißt jetzt: Jemand hat mit einem einzigen Schlag vom Abschlag eingelocht, das passiert bei Profis ungefähr einmal pro Turnier, und irgendwer fährt jetzt vermutlich mit einem neuen Auto nach Hause.
Nein. Englisch sagen viele auch "Ace", auf Deutsch hört man oft "Ass". Und abgekürzt wird es als: HIO
Absolut. Wind, der den Ball günstig trägt, ein Abpraller vom Pin (das ist der Stab im Loch) — da spielt Glück eine riesige Rolle. Das ist auch der Grund, warum selbst absolute Anfänger schon mal eins geschafft haben.
Nein, nicht direkt. Es gibt im Sport Ereignisse die ähnlich selten und besonders sind, wie zum Beispiel ein "Neun Darter" beim Darts. Aber so etwas wie das Hole in One gibt es nur beim Golfsport.
Jüngster bestätigter HIO-Spieler: Coby Orr, 5 Jahre alt (1975, Texas). Ältester: Gus Andreone, 103 Jahre (2014, Florida).
Ja — und zwar erst einmal. Justin Rose schoss das erste olympische Ace 2016 in Rio.