Weißt du was die meisten bei Olympia nicht erwarten? Sowas wie Breakdance oder Skibergsteigen. Einfach, weil diese Sportarten nicht zu den „Standards“ gehören, mit denen Olympia in der Regel verknüpft wird.
Da stellt man sich doch die Frage, wie eine Sportart überhaupt ins Olympische Programm kommt und wer das entscheidet, oder? Genau das erklären wird dir jetzt.
Vorweg: das olympische Programm besteht aus zwei Schichten. Und zwar den Kernsportarten (das sind die ganz klassichen Sportarten wie Schwimmen, Turnen, Leichtathletik & Co), die in der Regel bei jeder Olympia Ausgabe ausgetragen werden und dann gibt es immer auch zusätzliche Sportarten.
Seit einer Regeländerung die 2014 verabschiedet und 2020 in Kraft getretten ist, darf jede Gastgeberstadt für ihre eigenen Spiele bis zu sechs weitere Sportarten zusätzlich vorschlagen. Genau hier entstehen die Überraschungen, die du bei jeden Olympischen Spielen neu kennenlernst.
Das Ganze soll nicht nur die Bekanntheiten der jeweiligen Sportarten erhöhen, sondern dient natürlich auch einem ganz wirtschaftlichen Zweck: so kann der Veranstalter erst einmal ausprobieren, welche Sportart sich von den Einschaltquoten und Besuchern her rentiert, bevor sie langfristig ins Programm aufgenommen wird.
Für LA 2028 wurden auf diesem Weg gleich fünf Zusatzsportarten ins Programm aufgenommen: Cricket, Flag Football, Lacrosse, Squash und Baseball/Softball. Dammit hat LA mit 36 Sportarten den größten Sport-Katalog, den Olympia je hatte.
Gleichzeitig hat IOC-Präsidentin Kirsty Coventry im Mai 2026 klar gemacht: „Wir können nicht einfach immer größer, größer, größer werden.“ Das heißt im Klartext: Einige der LA-Neuzugänge werden bei den Spielen 2032 nicht mehr dabei sein bzw. mit den Vorschlägen von Brisbane ausgetauscht.
Das International Olympic Commitee (IOC) entscheidet final darüber, welche Sportarten bei Olympia ausgetragen werden aber natürlich ist das ganze ein Prozess, damit nicht jeder Gastgeber einfach seine Lieblingssportart durchdrücken kann (looking at you, hypothetisches Schweden-Olympia mit Pflicht-Disziplin Wikingerschach).
So läuft das ganze ab:
Wie zu erwarten also benötigt es eine menge Bürokratie, bis eine Sportart zu Olympia kommt.
Das IOC bewertet potenzielle neue Sportarten anhand von rund 35 Kriterien in fünf Kategorien. Klingt erstmal overwhelming – das Ganze lässt sich aber auf ein paar Kernpunkte runterbrechen:
Jede olympische Sportart braucht einen weltweiten Dachverband, der vom IOC offiziell anerkannt ist. Ohne IF (International Federation) keine Olympia-Chance.
Die Föderation muss sich dem World Anti-Doping Code unterwerfen und eng mit der WADA (der Welt-Anti-Doping-Agentur) zusamenarbeiten. Wer sich nicht dran hält darf nicht mitmachen.
Eine olympische Sportart muss weltweit gespielt werden – nicht nur in einer Region. Cricket etwa hat über 2,5 Milliarden Fans weltweit, vor allem in Asien, Großbritannien und Australien. Genau das war eines der stärksten Argumente für die Aufnahme bei LA 2028.
Männer und Frauen müssen die Sportart auf gleichem Niveau ausüben können. Tatsächlich hat das IOC für LA 2028 zum ersten Mal mehr weibliche als männliche Quotenplätze vergeben – ein Meilenstein, der direkt mit diesem Kriterium zusammenhängt.
Aber: Konsequent durchgezogen wird das nicht. Bei den Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 waren Frauen in der Nordischen Kombination (Skispringen plus Langlauf) komplett ausgeschlossen – obwohl es längst Weltcup-Rennen und Weltmeisterschaften für Frauen in der Disziplin gibt. Die Begründung des IOC: zu geringe globale Popularität und zu wenig internationale Konkurrenzdichte. Die Athletinnen protestierten lautstark mit dem Argument, sie hätten alle Kriterien erfüllt. Das IOC hat angekündigt, die Disziplin nach 2026 komplett neu zu bewerten – die Männer kamen dabei übrigens auch unter Beobachtung. Das Beispiel zeigt: Gender Equality steht im Regelbuch, in der Praxis kann sie aber hinter dem Kriterium „globale Popularität“ zurückstehen.
Das IOC will dringend jüngere Zielgruppen erreichen. Deshalb sind Skateboard, Surfen, Sportklettern und Breaking ins Programm gerutscht. Es reicht nicht, dass die Sportart „ein Spiel“ ist – sie muss Lifestyle-Charakter haben, social-media-tauglich sein und auf TikTok funktionieren.
Olympische Spiele sollen finanziell und logistisch nicht ausarten. Sportarten, die spezielle Anlagen brauchen, die nach den Spielen ungenutzt herumstehen, haben es deutlich schwerer. Genau dieses Argument bringt Squash für Brisbane 2032 gerade in Bedrängnis – es braucht ein eigenes Glascourt-Setup für vergleichsweise wenige Athleten.
Das International Olympic Committee (IOC). Die Gastgeberstadt darf zusätzliche Sportarten vorschlagen, aber die finale Abstimmung passiert in der IOC Session – also der Vollversammlung aller IOC-Mitglieder.
Insgesamt 36 Sportarten – ein Olympia-Rekord. Davon sind 31 Kernsportarten und 5 zusätzliche, die LA als Gastgeber vorgeschlagen hat: Cricket (T20), Flag Football, Lacrosse (Sixes), Squash und Baseball/Softball.
Flag Football und Squash machen ihr Olympia-Debüt. Cricket (T20), Lacrosse (Sixes) und Baseball/Softball kehren nach längerer Pause zurück. Cricket war zuletzt 1900 dabei – das ist nicht ein Typo.
Breaking (Breakdance) feierte sein Olympia-Debüt in Paris 2024 – das OCOG von LA hat sich gegen eine erneute Aufnahme entschieden. Eine Aufnahme bei einer Olympia garantiert keinen Dauerplatz im Programm.
Das IOC hat 2026 die ersten eigenständigen Olympic Esports Games angekündigt. Eine Aufnahme in die regulären Olympischen Spiele ist aktuell aber nicht geplant.
Anerkannte Internationale Föderation, WADA-Compliance, globale Verbreitung, Gender Equality, Jugend-Appeal, vertretbare Kosten und Einhaltung der Olympic Agenda 2020+5.
Nicht zwingend. Bei den Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 waren Frauen zum Beispiel in der Nordischen Kombination komplett ausgeschlossen, obwohl das IOC offiziell auf Gender Equality pocht. Begründung: zu wenig globale Konkurrenzdichte. Die Disziplin soll nach 2026 neu bewertet werden.
Nein. Die Sportart muss eine vom IOC anerkannte Internationale Föderation haben und alle Grundkriterien erfüllen. Aus diesem Pool darf das OCOG dann bis zu sechs Sportarten vorschlagen.TeilenProjektinhaltWhatthesportsVon dir erstelltWTS (1).md194 Zeilenmdpdfpdf